Nachruf Hans Born
Der VfH Worms trauert um seinen langjährigen Ehrenvorsitzenden, Gründungsmitglied, ehemaligen Vereinsvorsitzenden und Spitzentrainer Hans Born.
In jungen Jahren sammelte er selbst Titel in Serie, später lenkte er die Vereinsgeschicke als langjähriger Trainer und Vorsitzender über 15 Jahre. Mit seinem unermüdlichen Einsatz machte er den VfH zu dem Verein, der er heute ist. Bis zuletzt engagierte er sich im Vereinsleben, hatte die aktuellen Entwicklungen im Hallenradsport stets im Blick und feierte mit uns zusammen viele Vereinserfolge.
Auch international prägte er den Hallenradsport und hinterlässt tiefe Spuren, für die sein langjähriger Weggefährte im Hallenradsport Rolf Halter, ehemaliger ICWW-Vorsitzender, in seinem Nachruf treffende Worte findet.
Die VfH Familie verliert eine große Persönlichkeit. Hans und sein lebenslanges Wirken im Hallenradsport bleiben unvergessen.
Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, der wir in dieser schweren Zeit viel Kraft wünschen.
Der VfH Vorstand
Die Welt um den Hallenradsport nimmt Abschied
Muss man Weltmeister sein, muss man ein Pionier sein, um im Sport zu einer Persönlichkeit, oder wie allgemein gesagt, ein Großer zu sein?
Nein das muss man nicht. Man muss Mensch sein, seine Leidenschaft und sein Herz einbringen.
Das hat Hans Born für den Hallenradsport getan. Er ist der Größte. Auch wenn die junge Generation ihn nicht mehr persönlich kennenlernen durfte. Hans ist der Allergrößte wenn es um seinen Hallenradsport geht. Der Hallenradsport in Deutschland, nein auf der ganzen Welt, wäre nicht das, was er heute ist.
Er hat mit Weitsicht, mit Leidenschaft und mit Liebe Großes geschaffen.
1947 trat er dem ARKB „Solidarität“ Worms bei. Mit dem Einrad wurden nationale Titel in Serie errungen. Der Verein war der erfolgreichste in der Solidarität. Vom Sportler wurde Hans sehr schnell zum Übungsleiter und zum vorausschauenden Funktionär.
Mit seinen Freunden und seiner Familie wurden auch beim Bund Deutscher Radfahrer Erfolge gefeiert. Aus sportlichen Gründen wurde aus dem Arbeiterverein 1968 der VfH Worms.
Sein Sohn Hans Jürgen war Junioreneuropameister im Einer Kunstradsport. Stefan im Zweier war lange Zeit Mitglied im Nationalkader.
Das Aushängeschild waren aber die 4er und 6er Mannschaften. Wäre das nicht schon genug um sich in die Reihe der Großen einzureihen?
Es gab aber noch etwas, das ihn nicht ruhen ließ. Als Funktionär setzte er Zeichen die unauslöschlich sind.
Zu Beginn der 70er Jahre, wurde Hans Bundesfachwart beim Bund Deutscher Radfahrer (German Cycling). Von dort setzte er Zeichen und Impulse. Gemeinsam mit Präsident Hangstein veränderte er den Hallenradsport auch auf der Welt. Der Bekanntheitsgrad und die Anerkennung des Hallenradsports musste verbessert werden. In seiner Amtszeit war der Hallenradsport regelmäßig in den großen Medien vertreten. Sendezeiten bei Deutschen- und Weltmeisterschaften waren die Regel.
Er wurde zum Sekretär der internationalen Hallenradsportkommission. Über die internationalen Verbindungen knüpfte er Kontakte in aller Welt.
Australien, Hongkong, Japan, Jordanien, Kanada, Malaysia, Norwegen, Slowakei, Südafrika, Ukraine, Ungarn. Überall fand Hans Anhänger und Enthusiasten. Mit seiner ruhigen, direkten, aber nie aufdringlichen Art überzeugte er die Menschen sich seiner Leidenschaft anzuschließen.
Schon früh waren ihm deutsch-französische Verbindungen ein Herzensanliegen: Mit seinem Freund Laurent Wolff zunächst vielfach im Elsass und später sehr intensiv mit Paul Caborg in Balbigny und weiteren Klubs in Südfrankreich.
Etwas ganz Großes von ihm: Das Leistungszentrum für Radsport in Ludwigshafen. Diese Einrichtung ist noch heute mit nichts zu vergleichen. Hans folgte dem Ruf des Landesportbundes, wechselte den Beruf und wurde Leiter dieser Einrichtung. Er machte diese Einrichtung weit über die Grenzen Rheinland-Pfalz, Deutschlands und Europas, bis in alle Winkel der Radsportwelt bekannt.
Die vielen Aktivitäten rund um den Hallenradsport mussten legitimiert werden. So folgte ein weiterer notwendiger Schritt. 1993 gründete er mit einigen wenigen, ihm Vertrauten den „Förderverein Hallenradsport“. Daraus erwuchs bis heute eine Institution über fünf Kontinente hinweg, die sich seinem Herzenswunsch verschrieben hat. Der Hallenradsport muss wachsen und bekannter werden. Von 7 Nationen zu Beginn seiner Arbeit, wird Hallenradsport nun in über 50 Ländern rund um die Welt betrieben.
Hans wurde am 17.05.1933 in Worms geboren. Seine Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten machte er ebenfalls in Worms. 1957 heiratete er seine Frau Ruth. Sie unterstützte ihn bei seiner Leidenschaft. Zusammen hatten Sie drei Kinder, Hans-Jürgen, Stefan und Kirsten, die leider zu früh verstorben ist. Alle Drei waren und sind dem Kunstradsport und dem VfH verbunden, Jürgen und Stefan sind noch als Trainer aktiv.
Leider hat er uns am 13.05.2026 für immer verlassen. Ich bin glücklich in Hans einen Förderer und auch väterlichen Freund gefunden zu haben. Vielen Dank für das, was du uns allen Hallenradsportlern gegeben hast.
Rolf Halter
